Unsere Motivation

 Kieferklemme selbst lösen


Von der Kieferklemme zum Produkt

Not macht erfinderisch - das trifft es wohl am ehesten !! Im Februar 2021 bekam ich die Diagnose Tonsillen-Karzinom. Es folgte die komplette Ladung an Chemo und Bestrahlung im Bereich des Halses und des Kiefers.  Als eine mögliche Nebenwirkung der Bestrahlung nannte man mir die eventuelle Entwicklung einer Kieferklemme, die ich auch tatsächlich bekam. In der schlimmsten Phase bekam ich die Zähne gerade mal zwei Millimeter auseinander. Als Physiotherapeut versuchte ich alles erdenkliche - von Dehnungen bis Massagen, Botox in die Kaumuskeln.....einfach alles. Leider ohne Erfolg. Einzig das Üben mit den Holzspateln brachte Ergebnisse an den Tag. Allerdings bedingte dies regelmäßiges Üben über den ganzen Tag hinweg. So schaffte ich es dann Gott sei Dank auf 5-6 Spateln, was mir zumindest wieder gründliches Zähneputzen ermöglichte. Als ich dann bei 10 Spateln angekommen war, verging mir langsam die Lust am Üben, denn mit so vielen Spateln wurde es langsam auch eklig die verspeichelten Teile mehrmals am Tag wieder in den Mund zu stecken. Hätte ich jedes Mal neue genommen wäre ich bei 5 "Trainingseinheiten" pro Tag schon bei 50 Spateln pro Tag gelegen - und das Über Wochen und Monate hinweg, die es unter Umständen bedarf um wieder eine akzeptable Kieferöffnung zu erreichen. Je mehr Spatel ich schaffte umso unzufriedener machte mich das alles. Wir leben im 20.Jahrhundert und sollen mit Holzspateln eine Kieferklemme therapieren?? Auch mein Professor hatte keine andere Lösung parat. Also versuchte ich alles mögliche.....bis ich irgendwann auf die Idee kam, mir den ersten 3D-Drucker zu kaufen und mich in die Materie des 3D-Druckes einzulesen. Mein Sohn Luca unterstützte mich, indem er sich wiederum in die Design-Software einarbeitete. So entstanden bald die ersten Prototypen, und ich war direkt begeistert. Wir entschieden uns sofort für lebensmittelechtes Material und so war der Hygienefaktor ebenfalls erledigt, denn die Tools lassen sich ganz einfach unter fließendem Wasser abspülen und anschließend trocknen. Schnell entstand auch das Prinzip der Treppe, sodass ich in einem Tool eine Spannbreite von 4 Spateln hatte. Eine Stufe sollte so hoch sein wie ein Spatel, sodass ich gegenüber meinen Ärzten auch vergleichbare Angaben machen konnte wie viele Spatel ich inzwischen nutzen kann. Nun entwickelte sich alles rasant - ich konnte nun viel häufiger üben, hatte bei jeder Autofahrt ein Tool dabei ,und binnen einer Stunde Üben steigerte ich mich problemlos von der ersten zur letzten Stufe des verwendeten Tools. Mein Professor war begeistert von den plötzlichen Fortschritten die ich machte, und noch viel mehr als ich ihm von meiner Erfindung erzählte. Er war es, der mich ermutigte  mir das sofort patentieren zu lassen - und nun sind wir hier. 

Herzlich, Ihr
André Fändrich